Nach der Messe ist vor der Messe: Nach der Logistics & Automation in Bern steht vom 24. bis 26. März wieder die LogiMAT in Stuttgart mit ihrer inzwischen immensen Grössenordnung auf dem Programm. In allen Segmenten präsentieren die Aussteller Neuheiten mit integrierten KI-Anwendungen und KI-Methoden.

Bei Investitionen in Innovationen zur digitalen Transformation sind Methoden und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) inzwischen unumgänglich. Doch vielerorts, so eine aktuelle Studie von Beratungsunternehmen IDC und IT-Entwickler SAS, fehlen in vielen Unternehmen die nötigen IT- Strukturen, um KI-Vorteile effektiv zu nutzen. Infolgedessen, so die Studie, stehe das Vertrauen in KI «auf wackeligen Füssen, weil mangelnde Sicherheits- und Kontrollmassnahmen fehlen».

Optionen dies zu ändern, stellen die internationalen Aussteller auf der LogiMAT 2026 vor. «Automatisierung und KI sind längst keine Trends mehr, sondern entscheidende Erfolgsfaktoren», urteilt LogiMAT-Messeleiter Michael Ruchty von der Münchener Messe- und Kongress-GmbH «Euroexpo». «Insbesondere, wenn sie nicht isoliert eingesetzt wird, ist KI die Basis für effiziente Prozesse.
Zahlreiche Optionen
Mit ihren jüngsten Produktentwicklungen präsentieren die LogiMAT-Aussteller aller Branchensegmente Neuheiten, die mit bereits integrierten KI-Anwendungen und KI-Methoden auf durchgängige KI-Unterstützung sowie Optimierung aller Arbeitsbereiche und Geschäftsprozesse der Intralogistik ausgelegt sind und entsprechenden Mehrwert bieten.»

Das betrifft per se zunächst insbesondere die in Halle 4 auf dem Stuttgarter Messegelände zu erwartenden Neuentwicklungen im Software-Bereich. Mit dem Ziel, KI-gestützte Prozesse schneller umzusetzen, technische Abhängigkeiten zu reduzieren und Automatisierung breiter nutzbar zu machen, stellt etwa WMS-Anbieter Logistics Reply (Halle 4, Stand 4B52) «GaliLEA Dynamic Intelligence» vor. Die neue Technologie soll die Erstellung und den Einsatz von KI-Agenten vereinfachen.
Agenten im Einsatz
Über eine visuelle Oberfläche lassen sich die Agenten konfigurieren, die Daten aus unterschiedlichen Quellen auslesen, externe Systeme anbinden, Anomalien erkennen und operative Entscheidungen in Echtzeit unterstützen. KI-Anwendungen für bessere Entscheidungen entlang der Wertschöpfungskette zeigt mit dem neuen KI-basierten Forecast-Service «Demand AI» auch der Anbieter «Inform» (Halle 4, Stand D61).
Das Forum: meist gut gefüllt
Die cloudbasierte Lösung erstellt kontinuierliche Forecasts für Produkte mit Verkaufshistorie, liefert belastbare Erstbedarfsprognosen für neue Artikel und soll sich ohne aufwendige Softwareeinführung in bestehende Planungsprozesse integrieren lassen. Die Ergebnisse werden an bestehende ERP- und Planungssysteme übergeben und sollen fundierte, schnellere Entscheidungen in Beschaffung und Supply Chain Planung ermöglichen.
Die ganze Bandbreite
Eine PSI Software SE (Stand 4D41, Halle 4) kommt unter anderem mit der Weiterentwicklungen für die letztjährig prämierte KI-Plattform «PSIwms AI» nach Stuttgart. Das in den PSIwms- Standard integrierte Modul Batch AI soll einstufige und zweistufige Kommissionierstrategien mit regel- und KI-gestützter Batch-Bildung optimieren. Das reduziert Laufwege, steigert die Picking-Performance und senke die Prozesskosten. KI-gestützt werden zudem kontextbezogene Informationen direkt im Arbeitsfluss bereitgestellt.

Neben automatisierten Bedarfs- und Absatzprognosen sowie effizienter Auftragsabwicklung sorgen neue Ansätze für KI-Anwendungen für weitere Optimierungen auch im Bereich der Planung und Steuerung innerbetrieblicher Transporte mit Transport Management Systemen (TMS). So zeigen die Schweizer Brabender Solutions (Halle 4, Stand 4F15) ihr TMS unter anderem mit KI-gestützten Rückmeldungen sowie KI-basierter Dokumentenextraktion für interne Prozesse und das integrierte Dokumenten-Management-System (DocKI).
«PSIwms AI» und «DocKI» im Einsatz
Die Flexus AG (Halle 4, Stand 4B31) hat mit «FlexGuide4» KI und digitale Zwillinge in die Transportsteuerung von Staplern, Routenzügen und autonomen Fahrzeugen integriert, um Prozesse effizient, sicher und flexibel zu gestalten. Mit der proaktiven Prozesssteuerung sollen sich Abläufe simulieren sowie Engpässe frühzeitig erkennen und vermeiden lassen. Eine cloudbasierte Tourenplanungs-Software der Pass Logistics Solutions AG (Halle 4, Stand D53) vernetzt mithilfe von KI Planer, Fahrer und Endkunden und soll Routen speziell auch für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen berechnen können.

Inzwischen hat KI Eingang auch in die direkte Unterstützung der operativen Prozesse etwa in der Anlagen- und Fördertechnik gefunden. Mit KI-basierter, selbstlernender Software bindet etwa die Robot-Picking-Lösung «eOperator» von Element Logic (Halle1, Stand 1H21) vollautomatisierte, roboterbasierte Stückkommissionierung in AutoStore-Lösungen ein.
Selbstlernende Lager
Die «advasolutions SE» (Halle3 / Stand 3C79) proklamiert mit einer adaptiven End-to End-Automatisierung der Intralogistik das selbstlernende Lager. Dabei sollen neue KI-basierte Funktionen wie Qualitätskontrolle und Routenplanung den Wareneingang, die Lagerung, die Kommissionierung und den Versand steuerungstechnisch nahtlos miteinander verbinden.
«Bestes Produkt»-Gewinner im Gespräch
Mit «Knapp Brain» (Halle 3, Stand 3B01/3B03 & Halle 8, Stand 8A45) bündelt die Knapp AG von der Prognose über ein optimiertes Order Fulfillment bis hin zur Last Mile KI-gestützte Lösungen. Rückgrat für die operative Steuerung, Analyse und Integration, die alle Ebenen der Intralogistik abdecken soll, ist dabei die Software-Suite KiSoft.
Lösungen für Anspruchsvolle
KI-Algorithmen prägen vielfach auch die neuen Lösungen im AutoID-Segment. So kommt «Keyence Deutschland» (Halle 1, Stand 1C14) unter anderem mit einem stationären Codeleser für Identifikation in automatisierten Sortier- und Kommissionier-Systemen. Der integrierte KI- Algorithmus soll es ermöglichen, auch schwierigste Codes in anspruchsvollen Situationen erfassen zu können.

Im Bereich der Flurförderzeuge und Fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) unterstützen KI- Anwendungen neben der Transportplanung und -steuerung unter anderem verschiedene Sicherheits- und Analyseaspekte. So stellt Continua Systems (Halle 8, Stand 8D81) die datenbasierte Analyseplattform «Automation Insights» für hochautomatisierte FTS-Umgebungen vor.
Potenzielle Ausfälle früh erkennen
KI-gestützte Analysefunktionen, die Muster und Trends in den Daten erkennen und potenzielle Ausfälle frühzeitig vorhersagen, sollen die Transparenz in der automatisierten Intralogistik steigern und ungeplante Stillstände reduzieren.
«KI ist kein Hexenwerk», resümiert LogiMAT-Messeleiter Ruchty. «KI-basierte Details machen bei der Unterstützung effizienter Prozesse oft den kleinen aber bedeutenden Unterschied aus und erschliessen damit Wettbewerbsvorteile.»

















