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KI bei den Winterspielen

18. Februar 2026

 Während in Norditalien die Olympischen Winterspiele für Begeisterung sorgen, fährt quasi im Parallelschwung eine faszinierende Entwicklung ins Blickfeld der Fördertechnik-Spezialisten: die zunehmende Durchdringung des Wintersports mit künstlicher Intelligenz und autonomer Technik. 

 

So könnte, was heute in Infrastruktur und Training erprobt wird, schon morgen komplette Wintersport-Landschaften prägen. Ein vielbeachtetes Beispiel ist das autonome Seilbahnsystem «Auro» von Doppelmayr, das mittels Sensorfusion, Bildverarbeitung und KI-gestützter Entscheidungslogik einen weitgehend fahrerlosen Liftbetrieb ermöglichen soll.

Die erste «fahrerlose» bzw. in der jeweiligen Tal- und in der Bergstation ohne Bedienpersonal arbeitende Auro-Seilbahn startete ihren Betrieb im Dezember 2020 in Zermatt. Bei der 10er-Gondelbahn Kumme mit zwei Sektionen ist die Tal- und Bergstation unbesetzt. Nur in der Mittelstation sitzt ein Seilbahnmitarbeiter, der das gesamte Geschehen überwacht. So ist schon mal die halbe Mannschaft gespart (Anm.d.Red.).

Rechnergestützte Bilderkennung

Während Auro CLD laut den Österreichern den autonomen Betrieb des Ausstiegsbereichs von Sesselbahnen revolutioniert, fokussiert Auro Assist den Einstiegsbereich. Durch den Einsatz von KI-unterstützter Bilderkennung und modernster Kameratechnologie wird die Sitzposition der Fahrgäste überwacht und die Anlage bei potenziell gefährlichen Situationen gestoppt.

Lösungen dieser Art zeigen, dass sicherheitskritische Automatisierung im alpinen Umfeld bereits industriell beherrschbar ist – eine Voraussetzung für weitergehende Anwendungen wie robotische Skilehrer oder autonome Trainingsassistenten.

Hannover KI Olympia2 310 Fotos: Doppelmayr/Garaventa

Parallel verbreitet sich KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Wintersports. Datengetriebene Steuerung der Beschneiungs-Anlagen, intelligente Pistenpräparierung oder dynamische Besucherlenkung optimieren Betriebskosten und   Ressourceneinsatz. Trainingsseitig ermöglichen Wearables mit Druck- und Bewegungsanalyse personalisiertes Echtzeit       Feedback, während KI-gestützte Video- und 3D-Bewegungsanalysen Technikparameter objektiv auswerten und   Trainingsprozesse skalierbar machen. Mixed-Reality-Simulationen verschieben das Lernen zusätzlich in digitale Räume  ausserhalb klassischer Skigebiete.

Schaufenster des Technikwandels 

Für industrielle Entscheider entstehen daraus neue Geschäftsmodelle. Hardware-Anbieter entwickeln robuste Sensor- und Robotikplattformen für extreme Umweltbedingungen, Softwareunternehmen monetarisieren Datenanalyse, Coaching Algorithmen und Plattformservices. Gleichzeitig verschiebt sich der Wettbewerb von isolierten Produkten hin zu integrierten Erlebnis-Ökosystemen, in denen Infrastruktur, Training, Ausrüstung und digitale Services vernetzt sind.

Regulatorisch bleiben Fragen nach Haftung, Sicherheit und Datenschutz zentral. Autonome Systeme im offenen Skiraum  benötigen zertifizierte Kollisionsvermeidung, redundante Sensorik und klare Betriebsnormen. Erfahrungen aus automatisierten Seilbahnen zeigen jedoch, dass hohe Sicherheitsniveaus technisch erreichbar sind. Entscheidend wird daher weniger die Machbarkeit als vielmehr die gesellschaftliche Akzeptanz und wirtschaftliche Integration sein. 

Hannover KI Olympia3 310a

Die laufenden Olympischen Spiele fungieren damit nicht nur als sportliches Grossereignis, sondern auch als Schaufenster eines technologischen Wandels. Dass sich Robotik und KI vom experimentellen Zusatz zur potenziellen Basistechnologie des Wintersports entwickeln werden, ist keine gewagte Prognose. Die Industrie kann daraus einen klaren strategischen Imperativ ableiten: Kompetenzen in sicherheitskritischer Autonomie, biomechanischer Datenanalyse und plattformbasierten Geschäftsmodellen entscheiden darüber, wer die nächste Entwicklungsstufe einer zunehmend digitalisierten Sport- und Tourismusbranche prägt.

www.doppelmayr.com

www.hannovermesse.de








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