Verpassen Sie keine Meldung

Zum Hauptinhalt springen

WWW.LOGISTICSINNOVATION.ORG

Das Online-Magazin für die Schweiz, die EU und den Rest der Welt



Frühwarn-System für Lieferketten

18. März 2026

 «Prewave» hört sich an wie eine Vorwarnung - und soll auch eine solche sein.  Ab Dezember 2027 drohen konkrete Eingriffe in Lieferketten. Sendungen in der EU können festgesetzt, zurückgerufen oder sogar vernichtet werden, wenn Hinweise auf Zwangsarbeit vorliegen. Wer die Signale hört, stellt sich nicht taub, sondern baut vor.

EU Prewave1 310 Abb.: Prewave

Das empfehlen zumindest die Kassandra-Rufe von Lisa Smith. Sie ist Mitgründerin des Unternehmens «Prewave» und Expertin für KI-gestütztes Risikomanagement in Lieferketten, und sieht hier in Sachen einer «Supply Chain Super-Intelligenz» ihre Mission.

Mehr als 4400 potenzielle Opfer von Zwangsarbeit und über 3700 Festnahmen seien bei der jüngsten Interpol Operation Liberterra III im Rahmen von Zwangsarbeits-Netzwerken festgestellt worden. Gar nicht so einfach, den Beteiligten auf die Schliche zu kommen. «Rekrutierungsrouten, Vermittlerstrukturen und Produktionsstätten», so Lisa Smith, «verschieben sich, sobald Behörden den Druck erhöhen».

Risiken frühzeitig erkennen

(…) «Einmalige Lieferantenerklärungen oder turnusmässige Audits kommen mit dieser Dynamik schwer mit». Was gestern unauffällig wirkte, könne morgen Teil eines Hochrisikomusters sein. Ab Dezember 2027 verbietet die EU-Zwangsarbeitsverordnung, Produkte aus Zwangsarbeit auf dem EU-Markt bereitzustellen oder aus der EU zu exportieren. Das primäre Risiko seien dabei nicht Geldbussen, sondern Störungen der Warenströme. 

EU Prewave2 310 L.Smith

Hier werde die operative Reaktionsfähigkeit zum kritischen Resilienzfaktor. Die EU-Verordnung sehe im Falle einer Untersuchung extrem kurze Antwortfristen vor. Dann sei es zu spät, eine tiefere Lieferkettenanalyse anzufangen. Besonders kritisch sei dies bei Rohstoffen für Hochtechnologien: Diese stammen oft aus Regionen mit strukturellen Risiken und seien kurzfristig kaum zu ersetzen. 

Ein wichtiger Baustein

Das Management von Zwangsarbeitsrisiken erweitere sich damit von einer ethischen Pflicht zu einem Baustein der Supply-Chain-Resilienz, der über die Marktfähigkeit ganzer Produktlinien entscheide. 

Viele Unternehmen reagieren auf diese Lage mit zwei Extremen: entweder mit bürokratischer Dokumentation (viel Papier, wenig Erkenntnis) oder mit teuren, punktuellen Audits. Beides erzeuge Aktivität, aber keine echte Steuerung. Der strategische Kern liege in der Fähigkeit, «schwache Signale» systematisch auszuwerten.

EU Prewave3 310 Abb.: Prewave

«Prewave» nimmt für sich in Anspruch, das Risikomanagement in der Lieferkette mit einer umfassenden End-to End-Plattform zu revolutionieren. Das 2017 gegründete Unternehmen analysiert Daten aus über 200 Risikokategorien und mehr als 400 Sprachen und ermöglicht es Unternehmen wie Lufthansa, Ferrari und Toyota laut eigener Darstellung bereits seit einiger Zeit, datengetrieben und KI-gestützt Störungen zu antizipieren und zu mindern, bevor sie sich auf den Betrieb auswirken.

Störungen vorwegnehmen

Von lokalen Medienberichten bis hin zu Zoll- und Handelsdaten werde kontinuierlich alles miteinbezogen.  

«Wer Risiken erst erkennt, wenn Behörden einschreiten, verliert Spielraum», so die Expertin. Wer Signale früh sehe, könne Beschaffungspläne anpassen, Alternativen qualifizieren und proaktiv mit Lieferanten tätig werden.

www.prewave.com








WAGNER Schweiz AG




Wer ist online

Aktuell sind 2566 Gäste und keine Mitglieder online